Kunst trifft Vergnügen
Kunst trifft Vergnügen

Ritter ohne Gnade - 2004 -

Eine köstliche Zeitreise ins Mittelalter Horrweiler Theaterwerkstatt
"extra-trocken" spielt "Ritter ohne Gnade" im DGH

Vom 29.06.2004 
(Quelle: Allgemeine Zeitung Bingen )

Gst. HORRWEILER Mit viel "Herzblut"
und theatralisch gekonnt präsentierten die Mitglieder der Theaterwerkstatt
"extra-trocken" Horrweiler e.V. im Dorfgemeinschaftshaus die schwarzhumorige
Komödie "Ritter ohne Gnade". Auch im vierten Jahr offenbarte die Truppe mit
diesem Zweiakter von Dr. Ralf Gerber ihr schauspielerisches Können. Äußerst
eindrucksvoll mit exzellent besetzten Rollen und passenden Kostümen schenkte das
Ensemble den Besuchern einen hochamüsanten, unbeschwerten und
unterhaltsam-spannenden Theaterabend.

Zum Inhalt: Das Mittelalter giltals kriegerische Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel zählt.

Und dennoch ist es auch eine Zeit großer Gefühle und Leidenschaften. Letztlich ist es immer
die gleiche Geschichte: Die Prinzessin hat ihr Herz an einen schönen, jungen
Ritter verloren, einen Helden obendrein. Sie soll jedoch auf Geheiß ihrer Eltern
standesgemäß einen fremden Prinzen heiraten. Für die unglücklich Liebenden endet
normalerweise eine solche Geschichte mit einem Happyend.

Wird die Prinzessin ihr Glück finden können? Dies erscheint ungewiss. Erstens, weil ihr
geliebter Ritter seine Karriere für sie nicht aufs Spiel setzen will, zweitens,
weil der schlitzohrige Prinz im Grunde gar kein Interesse an ihr hat, und
drittens, weil nur vier Personen das Ende dieses Stückes erleben werden.

Liebe, Leidenschaft, Neid und Intrigen prägen diese gekonnte Zeitreise ins
Mittelalter mit köstlichen, gelungenen, wortspielerischen Seitenhieben auf die
heutige Moderne. Ein gewisser Spott und mittelalterlich verpackte Sticheleien
gegen unsere "Modernität" unterstreichen überraschende Redewendungen mit
unerwarteter Schlussaussage. Parallel dazu pointierte Gestik anstelle
Gesprochenem - mal als Kontrapunkt, mal untermalend, mal pointierend. Hier und
da war es schon eine etwas deftigere Kost.

Durchgehend bleibt aber festzustellen: Sprache und Gebärden zu und in jeder Situation

sind stets meisterlich. Dies bestätigte das aufmerksame Publikum immer wieder prompt mit
Beifall und zustimmenden Rufen. Und auch für diese Aufführung galt wieder: die
Akteure identifizierten sich mit ihren Rollen so überzeugend, dass es kaum zu
glauben war, dass es sich hier um ein Laientheater handelt. Erster Vorsitzender
Herbert Seckler traf mit seinem Schlusswort den Nagel auf den Kopf: "Theater ist
ein Fitnesscenter für Leib und Seele."

Beide restlos ausverkauften Theateraufführungen klangen lange im "Burghof" bei köstlichem Wein, prickelndem Sekt und kleinen Speisen aus. Die Komplimente für das wiederum bestens gelungene
Theater wollten kein Ende nehmen. Es lohnt sich, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

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© Bernd Bührmann (verantw.) Theaterwerkstatt "Extra Trocken" Horrweiler e.V.